Schütze

Schütze

Für die Ägypter stellte das Zeichen Schütze den Krieg dar. In der Astrologie ist der Schütze das Zeichen der Philosophie.

Im antiken Griechenland war der König eine Vaterfigur, die für sein Volk sorgte, wie Ajax, Odysseus, Agamemnon usw. Ajax ist muskulös, Odysseus steht für reine Gedanken und Agamemnon für Edel und Grausamkeit. Aber alle haben etwas gemeinsam: sie sahen sich selbst als Beschützer ihres Volks. Jupiter erhält im Horoskop die Beschreibung als Beschützer. Ein weiteres Merkmal der Könige ist die Freude am verschenken. Wenn jemand in einem Sportwettkampf oder in einer Meisterschaft gewann, erhielt er Geschenke des Königs Jupiter. Diese Fähigkeit und Grosszügigkeit gehören zum Jupiter/Schütze-Menschen.

Bemerkenswerte und wichtige Teile des Planeten Jupiter sind soziale und philosophische Fragen; Fragen über den Kosmos und die Welt. Denn Jupiter ist ein sozialer Planet. Menschen mit einem starken Jupiter-Planeten können mit ihrem eigenen Kosmos sehr gut umgehen, unabhängig davon, ob man Schütze ist oder nicht. Ein starker Jupiter-Mensch, welcher diese starke Energie lebt, kann jeden Job antreten. Am liebsten ist er sein eigener Chef.

Es stimmt, dass Schütze-Menschen universalphilosophische Konzepte über das eigene reale Leben stellen, soweit sie sich intensiv mit der philosophischen Sinnfrage des Lebens auseinandersetzen.

Diese philosophische Symbolik des Schützen wird auch in den Mythen des Chiron, dem Kentauren ausgedrückt.

Kentauren waren halb Mensch und halb Pferd. Ihr Oberkörper (Geist) versinnbildlicht den menschlichen Intellekt, sowie auch des Menschen soziale und philosophische Ader. Demgegenüber repräsentiert ihr Unterkörper (Pferdeteil) den Instinkt. Chiron war der König der Zentauren. Er war ein Philosoph, Lehrer und Heiler. Er wurde am Fuss von einem Pfeil des Herakles vergiftetet. Er konnte sich selber nicht heilen. Weil er unsterblich war, konnte er auch nicht sterben. Chiron entschied sich trotzdem zu sterben, aber unter einer sehr hohen und edlen Bedingung: durch seinen Opfertod sollte Prometheus der Menschheit dienen. Chiron wurde für diese edle Haltung belohnt, indem er im Himmel als Konstellation des Schützen platziert wurde.

Der Pfeil des Schützen ist stets nach oben gerichtet. Er beschäftigt sich mit der fernen Welt, mit weit entfernten Galaxien und mit den Sternen.

Der typische Schütze ist bekannt für sein unbeschwertes Denken über die reine Natur verbunden mit der Philosophie. Der Schütze ist ein Zeichen, welches Glück anzieht, sei es im Spiel, sowie auch im eigenen Leben. Sein Optimismus und Wissen werden von seinem herrschenden Planeten Jupiter geleitet. Jupiter ist der Planet, welcher unabhängig von der Art des Problems, dieses immer lösen kann. Oft genügt schon der Blick nach oben und das mit Jupiters Optimismus angereicherte Gebet, um eine Lösung zu finden.

Manilius schrieb: „Der menschliche Teil der Jägerin Diana herrscht, aber der Pferdeteil von Vesta befiehlt“. Artemis (auch Diana genannt: Göttin des Mondes, Frauen, Kinder und Jagd) ist sehr auf ihre Jungfräulichkeit bedacht. In einem ihrer Abenteuer verwandelte sie einen Jäger, welcher sie nackt am Baden gesehen hatte, in einen Hirsch (interessantes Werk: das Bad der Diana François Clouet). Diana / Artemis lehnte romantische Beziehungen zu Männer und Götter ab, weil sie lieber ihre Freiheit hatte. Sie lebte allein in den wilden Bergen von Arkadien. Bis heute sagt man, dass Schütze-Frauen „Angst vor Männer“ haben. Stattdessen legt sie mehr wert auf ihre persönliche Freiheit. Aber Artemis sollte deshalb nicht als kalte, mürrische Jungfrau gesehen werden. Von sexuellen Spielen hielt sie sich fern. Ihre so gewünschte Freiheit beruht auf natürliche Freiheit. Ursprünglich war Artemis die Frau der wilden Tiere, eine Göttin der Jagd. Der Wald war ihre Heimat.

Der Schütze kann auch als Bogenschütze bezeichnet werden, da Artemis für Freiheit und Unermüdlichkeit steht, stets in der freien Natur und zu Gunsten sozialer Werke gerichtet. Heutzutage würde eine Artemis Wale retten, streunende Hunde retten oder generell für jene einstehen, die nicht für sich selbst sprechen können. Der Schütze Jane Fonda demonstrierte diesen Aspekt der Artemis während ihrer Karriere deutlich.

Vielleicht liegt die wahrste Kombination für den Schützen in Chiron und Artemis, denn in einigen Schützen tritt wirklich das Wilde stark in Erscheinung. Oft scheinen sie bereit, sozialen Situationen zu entkommen, denn sie fühlen sich in Menschenmengen unwohl.

Ihre Liebe zur persönlichen Freiheit kann zu einer „heftigen“ positiven Sexualität führen. Um einen typischen Schützen zu verstehen, ist es wichtig, die Begriffe „Freiheit“ und „Sinn“ zu verstehen und respektieren. Denn mehr als jedes andere Zeichen trachtet der Schütze von seiner ersten Minute seines Lebens weg, unabhängig zu sein. Mit seiner starken und verführerischen Persönlichkeit nimmt er keine Probleme mit nach Hause. Er ist sehr direkt und teilt sich entsprechend auch mit. Menschen, die zwar nicht im Zeichen Schütze, sondern im neunten Haus des Tierkreiszeichens Schütze geboren sind, können diese Energie ebenfalls haben.

Die Leidenschaft für den Sport ist sein Markenzeichen, vor allem beim Sport in Kontakt mit der Natur.

Das neunte Haus des Tierkreises ist das Haus der höheren Studien (Universität), Philosophie und der verschiedenen Kulturen.

Der Schütze nähre seine Seele durch Reisen, aber nicht wie viele andere zum Zwecke der Erholung / Genuss. Er reist, weil er im Rahmen ferner und langer Reisen andere Kulturen kennenlernen möchte. Ihre Anpassungsfähigkeit ist gross.

Jupiter-, Schütze- und Neuntes Haus betonte Menschen lieben die Natur und fühlen sich extrem mit ihr verbunden. Wahre Schützen haben eine ähnliche Art Naivität wie Tierchen, welche oft den Blick auf die reale Welt verlieren. Aber ihre energetische Verbindung zur Natur zeichnet diese ausserordentlichen Menschen aus.

Luciana Volpolini Quinter – Mai 2014

Bild: Josephine Wall